Die Patienten in Europa brauchen einen frühen Zugang zu modernen Arzneimitteln
Arthur J. Higgins, der neue EFPIA-Präsident, appelliert an alle Beteiligten, bei der Schaffung von Gesundheitssystemen für das 21. Jahrhundert zusammenzuarbeiten
Die Generalversammlung des europäischen Pharmadachverbandes (EFPIA) hat Arthur J. Higgins, den Vorstandsvorsitzenden der Bayer HealthCare AG, zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Damit löst er Dr. Franz B. Humer, Verwaltungsratspräsident und CEO der Hoffmann-La Roche AG, ab, der sich künftig den stellvertretenden EFPIA-Vorsitz mit Jean-François Dehecq, dem Vorstandsvorsitzenden von Sanofi-Aventis SA, teilt.
Auf der Jahresversammlung der EFPIA (30. Mai bis 1. Juni 2007), zu der mehr als 350 Führungskräfte der europäischen Pharmaindustrie sowie Vertreter europäischer und nationaler Behörden, Patientenorganisationen, Vertreter aus dem Gesundheitswesen sowie Journalisten aus dem In- und Ausland zusammenkamen, stellte der neue Präsident seine Zukunftsvision der pharmazeutischen Industrie und des Gesundheitswesens in Europa vor.
Die Vision: Alle Beteiligten arbeiten gemeinsam an der Schaffung von Gesundheitssystemen für das 21. Jahrhundert
Die Vision gibt ein Bild davon, wie moderne und nachhaltige Gesundheitssysteme in Europa aussehen, in denen die Patienten gleichberechtigten und frühen Zugang zu den besten und sichersten Arzneimitteln haben, die Innovationen fördern, die Bürger zu bewussten Entscheidungen über ihre Gesundheit befähigen und größtmögliche Sicherheit bei der Medikamentenversorgung bieten.
Um diese Vision in die Realität umzusetzen, so Higgins, müssen alle wichtigen Beteiligten partnerschaftlich zusammenarbeiten, um so das gegenseitige Verständnis und Vertrauen zu verbessern. „Nur mit einem neu gewonnenen Vertrauen der Öffentlichkeit können wir den vielen Herausforderungen unserer Branche entgegentreten und die richtigen Bedingungen für eine gute Entwicklung unseres Industriezweigs sichern.“
“AIMS” - strategische Prioritäten für die pharmazeutische Industrie in Europa
Während seiner EFPIA-Präsidentschaft wird Arthur J. Higgins die Bemühungen der Branche zur Steigerung der Wettberwerbsfähigkeit auf vier Schlüsselbereiche, nämlich Zugang (engl. Access), Innovation, Mobilisierung, Sicherheit, auch kurz „AIMS“ genannt, konzentrieren.
Zugang (Access)
Zugang bedeutet das kontinuierliche Bemühen um eine Beschleunigung der Zulassungs- und Kostenerstattungsverfahren für neue Medikamente, die Abschaffung staatlicher Kontrollen bei nicht erstattungsfähigen Medikamenten (Empfehlung 6 der G10) und die Gewähr, dass die Gesundheitstechnologiebewertung (Health Technology Assessment = HTA) nicht zur vierten Hürde für den Marktzugang wird.
Ein wichtiges Ziel beim ZUGANG ist die proaktive Einführung von Empfehlungen für die HTA-Methodik, die für die Industrie zumutbar sind und die Einheitlichkeit und Transparenz des Verfahrens in allen Mitgliedsstaaten verbessern.
Innovation
Im Fokus der Innovation steht es, eine starke innereuropäische Wissenschaftsbasis zu schaffen und Europa zu einem attraktiven Standort für die besten Forscher zu machen; eine angemessene Vergütung für Innovationen zu gewährleisten (auch für inkrementelle Innovationen); eine schädliche – weil innovationsfeindliche – Kostendämpfungspolitik abzuwehren und einen hohen Schutz für geistiges Eigentum zu sichern.
Eines der wichtigsten Ziele bei der INNOVATION ist es sicherzustellen, dass die Innovative Medicines Initiative (Initiative für innovative Arzneimittel) noch im ersten Halbjahr 2008 umgesetzt wird.
Mobilisierung
Die Mobilisierung identifiziert die Möglichkeiten der Branche, ihre Kräfte mit denen der wichtigsten Beteiligten zu bündeln, um den Herausforderungen einer alternden Bevölkerung besser begegnen zu können und eine moderne und nachhaltige Gesundheitsfürsorge zu bieten und Patienten sowie Bürgern zu einer aktiven Rolle im Umgang mit ihrer Gesundheit zu verhelfen, indem sie einen besseren Zugang zu Informationen aus verschiedenen Quellen bekommen.
Ein wichtiges Ziel bei der MOBILISIERUNG sind die Bemühungen um die Liberalisierung der aktuellen Rahmenbedingungen zur Patienteninformation.
Sicherheit
Sicherheit bezieht sich auf die Notwendigkeit, die Integrität und Transparenz der Versorgungskette unserer Medikamente zu stärken, indem auf die Sicherheitsrisiken des Parallelhandels hingewiesen wird, eine stärkere Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Produktfälschungen jetzt als Katalysator für Maßnahmen zu nutzen sowie die Rückverfolgbarkeit von Medikamenten zu verbessern.
Zur Verbesserung der SICHERHEIT in unserer Versorgungskette gehört insbesondere die Einführung eines Systems, das eine Rückverfolgung unserer Produkte erleichtert.
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