Schmarotzer unerwünscht!
Sie macht den Tieren schwer zu schaffen – und den Landwirten Sorge. Kokzidiose – der Befall des Darms durch einen aggressiven Parasiten – kann tödlich sein und ganze Herden vernichten. Die Erreger sind extrem widerstandsfähig. Eine Herausforderung – auch für die Forschung.
Parasiten befallen den Darm
Kokzidiose ist eine heimtückische Krankheit. Und eine gefährliche dazu. Die Kokzidien – kleine einzellige Parasiten – werden von den Tieren durch den Mund in den Körper aufgenommen. Dort nisten sie sich in den Zotten des Darms ein, wachsen und vermehren sich und schädigen dabei die Oberfläche der Darmwand. Die Folgen: blutige Durchfälle, die zu Schwächezuständen, Gewichtsverlust und sogar Anämie (Blutarmut) führen können und im schlimmsten Fall tödlich enden.
Alle Tierarten können betroffen sein
Kokzidiose kommt grundsätzlich bei allen Tierarten vor. Allerdings spielt die Erkrankung naturgemäß eine besonders große Rolle bei Tieren, die intensiv gehalten werden – etwa Schweine, Rinder oder Geflügel. Denn ist ein Tier betroffen, so kann sich rasch eine ganze Herde infizieren. Für den Landwirt nicht zuletzt auch wirtschaftlich ein Problem.
Lange Forschungsgeschichte
Kokzidien sind extrem widerstandsfähig und gegenüber gängigen Desinfektionsmitteln resistent. Entsprechend anspruchsvoll stellt sich eine Therapie dar. Vor rund 60 Jahren begann man die Erkrankung zu behandeln – zunächst mit Sulfonamiden, die damals das Mittel der Wahl darstellten. Es folgten Präparate mit anderen chemischen Stoffklassen. 1986 brachte Bayer schließlich den Wirkstoff Toltrazuril auf den Markt, der heute unter dem Namen Baycox in rund 40 Ländern zugelassen ist.
Parasiten wirkungsvoll bekämpfen
Die Besonderheit des Wirkstoffs: Er bekämpft alle intrazellulären Entwicklungsstadien der Kokzidien – wirkt also zum Beispiel auch dann, wenn sich ein Parasit bereits in den Darmzotten eingenistet hat. Zudem bleibt die natürliche Immunisierung des Tieres trotz Behandlung erhalten. Infizierte Tiere entwickeln also Antikörper und sind vor einer erneuten Infizierung geschützt. Konkret stört der Wirkstoff die Zellteilung und den Stoffwechsel der Erreger.
Schutz für Geflügel, Schweine und Rinder
Ein Geflügelpräparat hat Bayer bereits vor 20 Jahren auf den Markt gebracht, für die Anwendung beim Schwein gibt es seit 2000 eine Zulassung, und das Rind folgte in diesem Jahr. Auch eine Zulassung für Lamm in verschiedenen europäischen Ländern wird angestrebt.
Hinweis für Patienten
Jeder Körper reagiert anders auf Medikamente. Deswegen können wir Ihnen nicht sagen, welches Medikament für Ihr Tier das richtige ist. Bitte fragen Sie Ihren Tierarzt.

